Im Sommer 2005 begann ich, Funksignale von Überwachungskameras mitzuschneiden und zu sammeln. Technologisch ist das mit einem handelsüblichen Videofunkempfänger möglich, so lange die Signale nicht verschlüsselt sind. So entstand während eines Atelieraufenthaltes in Amerika und später in Zürich eine stetig wachsende Kollektion von Videosequenzen.

Zürich (oben links), Chicago
Trotz vielen Ähnlichkeiten sind die Bilder sehr unterschiedlich: Innenräume, Aussenansichten, kurze Sequenzen ohne oder längere mit Menschen, mit Ton, manchmal ohne, fixe, hohe, oft sehr schräge Winkel. Private Räume werden öffentlich, der Überwachte wird zum Überwachenden. Da der tragbare Funkempfänger immer nur im Sendebereich der (unverschlüsselten) Kameras funktioniert, wird häufig die Aufnahme zum Selbstportrait. Der repetitive Charakter und die Wahl der Orte erinnern auch an ein Tagebuch. Der Kiosk, der Imbiss oder der Weg zur Arbeit wird von immergleichen Kameras dokumentiert.

